Kaiser-Heinrich-Gymnasium Bamberg, Altenburgerstr. 16, 96049 Bamberg, (09 51) 95 20 20 0, khg@bnv-bamberg.de
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„Annie“ – Ich freu‘ mich auf morgen…

Ziemlich genau 100 Jahre war es her, dass der amerikanische Zeichner Harold Gray die Comicserie „Little Orphan Annie“ erfand, als sich im Musiksaal des KHG eine vielköpfige Gruppe von Lehrkräften zusammenfand, um die Idee zu diskutieren, lange Jahre nach dem „Sams“ (2017) und „Drei Engel für Pamina“ (2011) einmal wieder ein Musical auf die Haupthallenbühne zu bringen. Die Wahl fiel just auf die Geschichte des Waisenmädchens Annie, das in den USA eine derartige Popularität erlangt hatte, dass 1977 das Musical „Annie“ erschaffen wurde. Die Geschichte ist bekannt: Das aufgeweckte Mädchen träumt im New York der 1930er Jahre, einer inmitten der Großen Depression von wirtschaftlicher Bedrückung und sozialem Elend gezeichneten Stadt, davon, seine Eltern wiederzufinden. Diese hatten es vor vielen Jahren als Kleinkind an der Tür eines trostlosen Waisenhauses abgelegt. Selbstbewusst, charmant und von dem unerschütterlichen Optimismus beseelt, dass „schon morgen“ ein besserer Tag sein kann, versucht Annie dem Waisenhaus und dessen tyrannischer Leiterin Miss Hannigan zu entkommen. Wie es der Zufall will, gelangt sie an den nur vordergründig kantigen steinreichen Geschäftsmann Oliver Warbucks und dessen wohlmeinend-mütterliche Sekretärin Grace Farrell, um in deren Obhut einmal ein sorgloses Weihnachtsfest erleben zu dürfen. Im Handumdrehen stellt Annie nicht nur das luxuriöse Anwesen mitsamt den zahlreichen Bediensteten auf den Kopf, sondern wickelt auch Mister Warbucks, Miss Farrell und sogar den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Franklin D. Roosevelt persönlich, um den Finger. Gemeinsam startet man eine landesweite Suchaktion nach Annies Eltern und gerät in deren Verlauf fast an ein Betrügerpärchen, während längst die Erkenntnis in den Köpfen und Herzen reift, „wer hätte [es] gedacht, dass ein kleines Mädchen [Mr. Warbucks‘ Leben erst] lebenswert macht…“.

Charles Strous hatte die weltweit bekannt gewordenen Musikstücke komponiert – um mit „Tomorrow“ oder „It’s a hard knock life“ nur die populärsten zu nennen – und Thomas Meehan und Martin Charnin zeichneten für die Texte verantwortlich. Am KHG war es im Herbst 2024 Musiklehrer Florian Zeh, der das Projekt mit großem Elan und viel Herzblut anschob. Schnell steckte er mit seiner Begeisterung eine gute Handvoll Kolleginnen und Kollegen an, den Weg der Inszenierung mit ihm zu beschreiten. Bereits kurz nach den Weihnachtsferien im Schuljahr 2024/2025 ging es los mit den langwierigen Vorbereitungen des Mammutprojekts „Musical“: Am Beginn des intensiven Weges stand ein großes Casting, zu dem Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen strömten und sogar frisch gebackene Abiturientinnen den Weg zurück ans KHG fanden, ehe dann wöchentliche Probentermine in die Stundenpläne der Beteiligten integriert und mehrtägige Sonderproben vor und hinter die Sommerferien gelegt wurden. In der Woche vor den Herbstferien 2025 war es schließlich so weit; all die Arbeit kulminierte in vier großen Abendaufführungen in der bis auf den letzten Platz ausverkauften Haupthalle. Über 130 Mitwirkende – neben den Schülerinnen und Schülern auch verschiedene schauspielende, singende und musizierende Lehrkräfte – fesselten das Publikum und schufen ein strahlendes Highlight in der langen Bühnenhistorie der Schule.

Die Regiearbeit lag dabei in den Händen von Denise Stix und Olga Friedel, die es nicht nur verstanden, eine mitreißende Inszenierung samt eindrucksvollem, sich häufig wechselndem Bühnenbild zu erstellen, sondern auch, ein außergewöhnlich großes Schauspiel-Team über einen vielmonatigen und oft beschwerlichen und unvorhersehbaren Entstehungsprozess hinweg zu inspirieren. Es bedurfte sicher eines beträchtlichen Maßes an Durchhaltevermögen und einer enormen Portion Spontaneität, um das neben der täglichen Unterrichtspraxis so zu realisieren. Die intensive, vertrauensvolle und äußerst kreative Arbeit von Regie und Schauspielteam befähigte die Darstellerinnen und Darsteller, nicht einfach nur technisch präzise, sondern emotional wahrhaftig zu agieren.

Besonders wahrhaftig agierte dabei Mirjam Richter aus der Klasse 7e, die die Hauptrolle der Annie ebenso begeisternd wie berührend spielte und das Publikum gleichermaßen mit ihrem herzerwärmenden Spiel wie auch mit ihrem Gesang beeindruckte. Nicht minder eindrucksvoll geriet der Auftritt Anton Hables als Mister Warbucks, stand der Zwölftklässler mit dieser Rolle doch zugleich das erste Mal auf den Brettern der KHG-Bühne und zog dort die Zuschauer auf Anhieb in seinen Bann. Die gute Fee neben ihm wurde in ganz bezaubernder Empathie von Lotte Adam (Q12) verkörpert, die einen Gegenpol bildete zur niederträchtigen Miss Hannigan (Maricella Derla, Abitur 2025), welche allerdings trotz aller Bosheit den Waisenkindern gegenüber mit ihrem phantastischen Gesang die Herzen des Publikums eroberte. Ebenso phantastisch sangen und spielten Lina Ens (Q12) und Jasper Friedman (Q13), die unter anderem das Betrügerpärchen gaben, welches sich durch die ergaunerte Elternrolle eine goldene Nase verdienen wollte. Keine goldene Nase, aber Lob in höchsten Tönen verdiente sich Paul Sonderkamp (9a), der in mehr als einem halben Dutzend Rollen größte Spielfreude und neben dem schauspielerischen zudem bemerkenswertes musikalisches Talent offenbarte. Besonders hängen blieb seine wunderbare Interpretation des stocksteifen Butlers Drake. Genau so wunderbar war auch die Wandlungsfähigkeit von Annika Schweizer (Q13), die vom Großstadtcop über einen mitreißenden Tontechniker bis hin zu Finanzminister Morgenthau ebenfalls in zahlreichen Rollen überzeugte. Die Riege der Rollen von Erwachsenen wurde komplettiert durch die fabelhaften Dienstmädchen (und was sie nicht sonst alles noch auf die Bühne brachten) Hanna Foeth, Amy Friedrich, Tomma Gatz, Lenja Hofmann und Yara Hildebrand. Waren sie die freundlichen Erwachsenen der Geschichte, so fiel der Part der kindlichen Sympathieträger den ganz zauberhaften Waisenkindern zu: Tamara Bernhard (7e), Mathilde Demri (7e), Mia-Sophie Hanker (7e), Gerda Vaskovics (7b), Elias Schumacher (6a), Hannes Kraft (6d) und Emilia Gallenz (6a) mussten sich zwar allerhand von Miss Hannigan bieten lassen, spielten sich aber mehr und mehr frei aus dieser Unterdrückung und setzten lustvoll Nadelstiche gegen die moralisch erst taumelnde, dann stürzende Waisenhausleiterin. Ergänzt wurden die schauspielenden Schülerinnen und Schüler durch zwei in Sprechrollen auftretende Lehrkräfte: Herrn Dr. Fischer fiel es als seriösem Notar Brandeis zu, die Adoptionsunterlagen vorzubereiten, und, ein besonderer Coup, der Stellvertretende Schulleiter Herr Oberleitner überraschte als grundgütiger und warmherziger US-Präsident, der seinen Mitbürgern nicht weniger vermittelte als „…eine neue Perspektive, [e]ine neue Vision, […] [e]ine neue Haltung, [e]inen New Deal“ – welch Kontrast zum aktuellen Zeitgeschehen. Keinen Kontrast, sondern eine perfekte Umrahmung des Geschehens auf der Bühne schufen die tänzerischen Elemente im packenden Schauspiel. Hierbei von einer „Umrahmung“ zu sprechen, spottet allerdings jeder Beschreibung des Dargebotenen. Petra Zapf schuf eine Choreographie auf höchstem Niveau und studierte diese mit ihrer ausgezeichneten Tanzgruppe um Marie Kretschmer (6a), Helena Fliegauf, Finnja Kittner, Alisa Maksimiuk (alle 6b), Magdalena Seuling, Sienna Zübert (beide 7a), Luisa Graf, Luise Hub, Valerie Lacler, Lea Schicketanz (alle 7b) und Hannah Dumstrey (7e), je nach Nummer ergänzt durch verschiedene Schauspieler, ein.

Mindestens ebenso viel intensive Probenarbeit offenbarten die Dutzenden von jungen Musikerinnen und Musikern, die die herzerwärmende Geschichte von Annie überhaupt erst zum Klingen brachten. Die Chorarbeit stand dabei unter der inspirierenden Leitung von Veronika Shen, die mit ihren Schützlingen sowohl in ruhigeren Passagen als auch im gemeinsamen Zusammenwirken aller über 70 Chorsängerinnen und -sänger wahre Gänsehautmomente erschuf. Es sangen Elise Adam, Violetta Bögelein, Mathilda Gallenz, Jordis Krumschmidt, Victoria Seuling, Charlotte Sponsel (alle 5a), Leonard Eller, Hermine Schmitz, Benedikt Zeh (alle 6a), Helene Becker (6b), Rejana Mamuti, Elias Schlienz, Matvey Yastrebov (alle 6d), Mathilda Gügel, Magdalena Seuling, Sienna Zübert, Julius Sponsel, Aeneas Lange (alle 7a), Luise Hub, Alexandra Kreciala-McClure, Valerie Lacler, Theo Rößler, Lea Schicketanz, Timothy Wunder (alle 7b), Anton Dümke (7c), Viktoria Becker, Sophia Tapanlis (beide 7d), Kurt Becker, Emil Cuno, Hannah Dumstrey, Sara Depietri, Benedikt Osvath (alle 7e), Simon Hartmann, Josefine Kohles, Mina Oldiges, Josiah Thomas (alle 8a), Viktoria Frank, Marten Merbecks, Cilia Moritz, Jana Rieber, Theo Schleelein, Helena Schnell (alle 8c), Julius Scheffner (9a), Sunee Elsinger, Laura Ruhl (beide 9b), Kathi Hubel, Sophia Junak, Anna-Lena Pflaum, Ben Schmidt, Ferdinand Feyler (alle 10a), Cleo Anders, Mia Kabadaić, Zeynep Laaroussi, Charlotte Linz, Lucie Schoen, Elena Sperl (alle 10b), Vasili Grammatidis, Jonas Hübner (beide 11a), Celina von Ilberg, Maren Schütz, Hanna Weißfahl (alle 11b), Lovis Halcour (Q12), Aiko Bothmann, Tim Offenwanger, Lilly Paetow, Sarah Schwital (Q13) und unter anderem die Lehrkräfte Lisa Dirschbacher, Kerstin Högen, Dorothee Krehl und Michael Sessler. Für das professionelle Gesangscoaching der Solistinnen und Solisten sorgte mit viel Feingefühl und herausragender fachlicher Expertise Heike Schmitt und kitzelte so insbesondere aus den ganz fantastisch, teils sehr ergreifend dargebotenen Solonummern die letzte Emotionalität heraus. Nicht anders als „fantastisch“ ist auch das Wirken der Instrumentalisten hinter der Bühne zu nennen. Die engagierte Probenarbeit dieser Mischung aus Orchester und Bigband, quasi einer sinfonischen Bigband, teilten sich die beiden Musiker Marcus Helbach und Florian Zeh, ehe dann bei den Aufführungen alles dem Taktstock Florian Zehs folgte. Die Schülerinnen und Schüler der Formation beeindruckten unter seiner intensiven und einfühlsamen Leitung durch eine immense dynamische Bandbreite und es war faszinierend zu erleben, wie hier die rhythmische Energie der Bigband mit der klanglichen Tiefe eines Orchesters verschmolz. Gerade in den komplexen, geschichteten Akkorden der sinfonischen Arrangements sorgte die makellose Intonation für eine unglaubliche klangliche Atmosphäre in der altehrwürdigen Haupthalle der Schule. Ein besonderes Bonbon im musikalischen Bereich stellte das Mitwirken des scheidenden Schulleiters Michael Strehler dar, der am Klavier die Solonummern äußerst versiert und facettenreich begleitete und sich so selbst einen ganz wunderbaren Abschied aus der Schulmusik schuf.

Bei all dem überschwänglichen Lob für die kreativ Tätigen darf eine ganz zentrale Gruppe der Musical-Inszenierung nicht vergessen werden: die Technikgruppe unter Leitung von Alexander Drabold und unter Mitwirkung von Marcus Helbach. Was Moritz Gierschner, Timo Körber (beide 8b), Lars Krüger (9a), Simon Dannenmann, Leonardo Angele (beide 10c), Jannis Dannenmann, Luis Fahr, Felix Frizino, Emilian Engert, Erik Lutomsky (alle 11c), Friedrich Brandner, Lovis Halcour (beide Q12) und Christopher Putz (Q13) in ihren unzähligen Einsatzfeldern ablieferten, war absolut bemerkenswert. Sie hatten beispielsweise die diffizile Ausstattung der Darstellenden mit Funkmikrofonen und Beschallung der Halle mit ebenso schlafwandlerischer Sicherheit im Griff wie die atmosphärische Beleuchtung der mehrteiligen Bühne; der Bühne, die sie selber zunächst einmal geschaffen hatten, inklusive eines Bühnenbildes, das nicht nur mit einer formvollendeten Radiostation im 30er-Jahre-Look aufwarten konnte oder einem weihnachtlich geschmückten Ballsaal, sondern sogar mit einem digital erzeugten Streuner, der vorübergehend Annies Weg durchs heruntergekommene New York begleitete. Musiklehrer Marcus Helbach zeichnete obendrein noch verantwortlich für die aufwendige Gestaltung der professionellen Programmhefte und Eintrittskarten und rundete so den hochqualitativen Auftritt des Musicalprojekts würdig ab.

Unter dem Strich zeigten die vielen Beteiligten aus verschiedensten Neigungsgruppen eindrucksvoll, wie facettenreich künstlerisches Schaffen an unserer Schule sein kann, und durch das harmonische Zusammenspiel aller entstand ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk, in dem jüngere und ältere Schülerinnen und Schüler gemeinsam Verantwortung übernahmen und einander stützten. Dieses lange nachhallende Empfinden mündet nahtlos in die Botschaft des Stücks, die aktueller denn je ist: Optimismus, Mitmenschlichkeit und Hoffnung können auch in schwierigen Zeiten Großes bewirken. „Ja, morgen, schon morgen, ich freu‘ mich auf morgen, weil ich diesen Tag so mag.“

Andreas Kuhn

 

 


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