Das ETA Hoffmann Theater macht fit für’s Abi – mit Kleists „Der zerbrochene Krug“
Auch wenn das Abitur vermeintlich noch in weiter Ferne liegt, bekamen die Schülerinnen und Schüler der Q12 schon ein gutes Jahr vorher einen Crashkurs zur abiturrelevanten Lektüre „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist – und zwar von echten Experten des ETA Hoffmann Theaters: dem Intendanten John von Düffel, der Chefdramaturgin Antonia Leitgeb-Busche und dem Hausregisseur Jasper Brandis.
Nachdem die Lektüre des Dramas doch für den ein oder anderen eine Herausforderung darstellen mag, waren die Tipps der drei Referenten eine echte Hilfe, z.B. die Szenen bewusst laut zu lesen, um sich besser in den Text einfühlen zu können. Während der 90-minütigen Veranstaltung erzählten die drei Anwesenden, welche zentrale Themen sie ursprünglich an dem Text gereizt hatten, wie sie mit ihm umgingen und wie er Schritt für Schritt bearbeitet wurde, um auf die Bühne gebracht werden zu können. Der zentrale Gegenstand der Handlung, der zerbrochene Krug, ist in der Handlung Auslöser für eine Gerichtsverhandlung, in deren Verlauf der Richter selbst als Schuldiger entlarvt wird. Dass der Krug als Symbol für Zerbrochenes und Beschädigtes in den Biografien der Figuren zu sehen ist, erfuhren die Schülerinnen und Schüler ebenso wie die aktuellen Bezüge, die sich mit dem Drama herstellen lassen. Sei es die Frage nach der Wehrpflicht oder die MeToo-Bewegung: Heinrich von Kleist liefert verschiedenste Anknüpfungspunkte in seiner Komödie, die doch eigentlich nicht wirklich lustig ist. Auf alle Fälle gibt sie viele Impulse zum Nachdenken sowie die Erkenntnis, dass in Blankversen verfasste Literatur aus dem Jahr 1808 kein Schnee von gestern sein muss!
S. Groth












