Kaiser-Heinrich-Gymnasium Bamberg, Altenburgerstr. 16, 96049 Bamberg, (09 51) 95 20 20 0, khg@bnv-bamberg.de
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Erasmus+ - Schule

 „Mein Onkel ist Numismatiker.“

„Was ist das denn?“

„Einer, der Münzen sammelt.“

„Toll, diese Fremdwörter. Früher nannte man so jemanden einfach Bettler.“

Mit dem Begriff Numismatiker konnten wir erstmal nichts anfangen. Allerdings haben wir — drei Schülerinnen und Schüler des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums Bamberg — die Möglichkeit bekommen, uns näher mit einem bedeutenden Numismatiker — nämlich Philipp Lederer — auseinanderzusetzen.

Dank guter Kontakte zur Erlangener Antikensammlung, insbesondere zu Dr. Georg Gerleigner, der die Altgriechischklassen des KHGs schon mehrfach durch eben jene Sammlung geführt hatte, erhielten wir die Chance, der Stolpersteinverlegung für Philipp Lederer am 2. Dezember 2025 in Berlin beizuwohnen, die vom Staatlichen Münzkabinett organisiert worden war.

Nach unserer Ankunft in Berlin trafen wir Herrn Dr. Gerleigner, der zwischenzeitlich nach Berlin versetzt worden ist, und der uns in einem Vortrag einen Einblick in sein spannendes Fachgebiet, die Provenienzforschung, gab. Anschließend konnten wir, dank Freitickets, die das Staatliche Münzkabinett für uns besorgt hatte, die Ausstellung zur antiken Stadt Pergamon und das beeindruckende Panoramabild des Künstlers Asisi im provisorischen Ausweichquartier des Pergamonmuseums besuchen.

Am Kupfergraben, dem Wohn- und Geschäftshaus Philipp Lederers, gleich gegenüber dem Panoramamuseum, wurde um 15 Uhr der Stolperstein verlegt. Nach einem kurzen Wortbeitrag über das Leben und Wirken von Philipp Lederer und dem Niederlegen von Rosen zur Erinnerung an ihn begaben wir uns, zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Staatlichen Münzkabinetts sowie weiteren Interessierten, geschlossen ins Bode-Museum. Dort eröffneten wir die Reihe von wissenschaftlichen Vorträgen und informierten zu dritt die Anwesenden in einem Vortrag über die Kindheit und Jugend Philipp Lederers in Bamberg, den unsere ehemalige Lehrerin Frau Dr. Horn verfasst hatte.

Philipp Lederer stammte aus einer jüdischen Familie und war Schüler unserer Schule — damals „Königliche Studienanstalt“ genannt. 1890 schloss er seine Schulzeit mit hervorragenden Noten ab. Er begann ein Studium, mutmaßlich um Beamter zu werden, welches er nach kurzer Zeit abbrechen musste, da er das Geschäft seines Vaters übernehmen sollte. Dieses war ein Spielwarengeschäft, das in der Hauptwachstraße in Bamberg bestand. Einige Jahre später widmete er sich doch seiner Leidenschaft, nämlich den alten Sprachen. Diese studierte er in München an der dortigen Universität. Zeitgleich arbeitete er im Geschäft eines Verwandten, der als Münzhändler tätig war. Nach dem Abschluss des Studiums zog Philipp Lederer nach Berlin. Dort gründete er ein florierendes Münzgeschäft — nahe der Museumsinsel — und pflegte gute Beziehungen zu verschiedenen prominenten Kunden und bedeutenden Münzsammlungen — insbesondere zu der in Berlin.

Aufgrund des zunehmenden Drucks durch die Nationalsozialisten und der wirtschaftlichen Beschränkungen war es ab 1933 für ihn schwierig, das Geschäft aufrechtzuerhalten. Nach der Reichspogromnacht 1938 floh Philipp Lederer in die Schweiz zu Verwandten. Von dort aus versuchte er vergeblich, die Reste seiner Münzsammlung, die er mit größter Hingabe aufgebaut hatte, zumindest teilweise wiederzuerlangen. Die Nationalsozialisten hatten alle Wertgegenstände beschlagnahmt und Münzen teilweise eingeschmolzen. 1944 starb Philipp Lederer in der Schweiz.

Das NS-Regime hatte Philipp Lederer sowohl seine Rechte genommen als auch seine Existenz zerstört.

Gerade heute, in einer Zeit des wiederaufkommenden Rechtsextremismus, ist es sehr wichtig, an Schicksale jüdischer Menschen wie Philipp Lederer zu erinnern. Die Inschrift auf dem Stolperstein vor unserer Schule ruft dies täglich in unser aller Gedächtnis. Dort steht: „Den Hütern der Erinnerung‘‘. Als solche waren wir vor Ort in Berlin. Das Kaiser-Heinrich-Gymnasium hat gezeigt, dass es seine ehemaligen jüdischen Schülerinnen und Schüler nicht vergessen hat, sondern an sie und ihr Schicksal erinnert – als Verpflichtung und Mahnung für uns alle.

Leonie Ruhl, Selina von Ilberg, Jamie Dümig


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